Rohstoffgipfel: „Weg vom Erdöl: Neue Rohstoffe – neue Chancen“

Welche Möglichkeiten mit der Nutzung neuer Ressourcen verbunden und welche Herausforderungen zu meistern sind, beleuchtete der zweite Rohstoffgipfel von TU Berlin, DECHEMA und Covestro AG am 25. Juni in Berlin. Das Eintreten für Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Denken sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille. Das zeigt sich auch bei einem großen Zukunftsthema der chemischen Industrie: der Entwicklung neuer Rohstoffe als Alternativen zu Kohle und Erdöl. So sind bereits erste Produkte auf dem Markt, die aus Kohlendioxid anstatt aus fossilen Quellen hergestellt werden. Das bedeutet neue Geschäftsmodelle für die Industrie, aber auch Chancen für Newcomer und Gründer. Und auch die Wissenschaft ist aufgefordert, das Thema noch stärker mit anwendungsorientierten Ansätzen zu begleiten.

Deutlich zu kurz kamen hierbei aber die Themen der Gegenwart: Wie schaffen wir geschlossene Kreisläufe v.a. für die 27 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle in Europa. Hier hatten weder die Unternehmen, noch die Verbände der Chemischen Industrie (Dechema) aber auch die Politik keine Lösungen anzubieten. Dabei sollte es uns doch schon in Kürze möglich sein, deutlich mehr als die bisher nur rund 30% der Kunststoffabfälle zu recyclen. Hier hätte ich mir Konzepte der Diskutanten zur Unterstützung der Akteure der Kreislaufwirtschaft beim Thema chemisches Recycling gewünscht. Dies spart echte Ressourcen, was aber vielleicht gar nicht im Interesse der produzierenden Chemieunterunternehmen liegt?

Insgesamt läßt mich der diesjährige Rohstoffgipfel daher etwas für die nächste Dekade ratlos zurück. Vielleicht kann dies der nächste Gipfel im nächsten Jahr besser machen.

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